Die Welt fängt vor der eigenen Haustür an!

Auch wenn es einen immer in die Ferne zieht, muss ich zugeben, dass direkt vor meiner Nase auch so vieles schlummert, was sehenswürdig ist und was viele andere beneiden würden. Ich mache mir das gerne mal bewusst und genieße dann das, was ich habe und mehr will ich dann für diesen Augenblick auch nicht. Also packe ich die Kamera ein und schaue einmal, was im Umkreis von 1 Std Fußmarsch um mein Schlafzimmer zu finden ist. Da ich momentan noch eine Erkältung mit mir herumschleppe, nutze ich diesen kleinen Spaziergang doch gleich als aktive Erholung – frische Luft hat ja noch niemanden geschadet.

Direkt in der Altstadt fielen mir direkt die alten Gassen auf. Schöne alte Fachwerkhäsuer aneinander gereiht in vielleicht 5m breiten Gassen. Schon oft hab ich mich über ihren Anblick erfreut, heute mussten sie dann als Model herhalten. Ein paar Meter weiter den Berg rauf in der Wohngegend derjenigen, die von sich behaupten können, sie haben es geschafft, sind mir dann die schönen großen Villen mit Ausblick nach Frankfurt ins Auge gestochen. Bestimmt schön morgens im Sommer auf der Terasse zu frühstücken, den Taunus im Rücken und das komplette Rhein-Main-Gebiet unter sich – da schmeckt der frisch gepresste Orangensaft doch dann gleich viel besser – oder?

gasse      villa             Mit diesen Überlegungen ging es weiter den Berg hoch. Steil, aber den Meisterturm, einen die Baumkronen überragenden Aussichtsturm mit einer grandiosen Panoramaaussicht über Rhein-Main-Gebiet, Taunus und gefühlt die Welt, als Ziel, war es fast ein Kinderspiel die steilen Hänge hochzustolpern – die Kamera immer auf Anschlag. So ging es dann 122 Treppenstufen zur Bergkapelle hinauf. Sie wurde 1667 (in heutiger Form 1772) erbaut, weil der damalige Pfarrer wegen der umgehenden Pest in einem Gebet um Verschonung bat und versprach an dieser Stelle eine Marienkapelle zu errichten und jährlich ein Wallfahrt dorthin zu unternehmen. Mit der Zeit kamen immer mehr Pilgerer zu dieser Kapelle und tatsächlich gab es hier keinen Pestkranken, so die Geschichte. Nachdem ich die Stufen dann auch alle nachgezählt hatte, ging es weiter die letzten Meter in Richtung Meisterturm zu gehen.

kapelle    turm

Nach einem herzlichen „Herzlich Willkommen – Sie haben Ihr Ziel erreicht“-Schild und simultaner Bierwerbung fühlt man sich dann doch ein wenig erleichtert, diese unfassbar großen Hürden auf sich genommen zu haben. Spaß beiseite, Bier möchte ich jetzt trotzdem keins, denn die nächsten Stufen warten schon. Diesmal eine Wendeltreppe auf 23m Höhe – was mit meinem Respekt vor Höhe immer eine kleine Schwierigkeit ist. Manchmal werden die Knie dann schon unpraktisch weich, deswegen die Kamera lieber erst mal in die Hüfttasche. Oben ankommen musste sie aber sofort wieder raus, eine atemberaubende, klare weite Sichte über unzähligen hundert Kilometer in alle Richtungen. Die Höhe war dann natürlich so gut wie vergessen. Man konnte in Nachbartäler blicken, Flugzeuge am Frankfurter Flughafen landen und starten sehen, zum höchsten Berg des Taunus, dem Großen Feldberg rüberblilcken oder einfach nur die gesamte Atmosphäre genießen. Ich möchte gar nicht viele Worte verlieren, seht selbst:tälerrohr frankfurt_rohr

Und wie heißt es so schön, runter kommen sie alle. So war es auch, die Treppenstufen musste ich diesmal glücklicherweise nicht zählen. Also machte ich mich auf den Weg zurück. Den selben wie hoch wollte ich aber runterwärts nicht einschlagen, so entschied ich mich den Rundweg zu Ende zu gehen. Ich kam an einem Kruzifix vorbei, das kaum noch zu sehen war, hinter all den Steinen von Pilgerern. Es scheint also die Anlaufstelle für die Pilgerer heute zu sein, die jährlich in Gedanken an damals die Wallfahrt machen. Ich war auch schon mal hier, da lag sogar Geld vor Jesus, ich frage mich was er sich davon gegönnt hat – nunja. An einem alten Graben eines Römerwalls entlang verlief der „Kreuzweg“ nun steil bergab zurück zum Fuß des Berges. Ich hatte von früher noch in Erinnerung, dass dieser Weg auch noch an einer kleinen Fasanerie vorbeiführt und so war es auch. Die Wilschweine versteckten sich aber auf der anderen Seite des Geheges sodass ich mich entscheiden musste – Rehe oder Wildschweine näher sehen, denn je ein Weg führte nur an einem Tier vorbei. Ich sag euch, es war keine leichte Entscheidung, jedoch musste sie gefällt werden. So wurden es die Schweine. Ungestört dessen, dass ich neben ihnen stand und geknippst hab wie ein Blöder, steckten die ihre Nase einfach nur in den Boden auf der Suche nach irgendetwas Essbaren. Nach einem kurzen Shooting ging es dann aber endgültig auf den Heimweg.

kreuzweg schwein

Zurück im Tal traf ich mich dann noch mit einem Kumpel wegen der anstehenden Rheinsteig-Komplettbegehung, welche er die ersten Tage mitlaufen möchte. Wir erstellten eine kleine Packliste und haben noch ein paar organisatorische Dinge geklärt, dazu ein schöner frischer heißer Minz-Tee – mit 3,80€ einer der teuersten die ich je hatte, doch irgendwie hat es sich doch gelohnt.

 

Das war er also, mein kleiner Erholungsspaziergang, zum Abschluss dann noch mal ein paar kleine Frühlingszeichen. Wenn ihr mehr über meine Vorhaben in nächster Zeit erfahren wollt, sprich Rheinsteig Thru-Hike inkl. Planung und folgendem Reisebericht, dann merkt euch doch einfach die Seite OutdoorNewbie.de und schaut bald wieder vorbei!

 

schneeglöckchen krokus willkommen

 

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